Fahrten

Schüleraustausch mit Grenoble vom 07. bis 14. März 2016: On y est retournés !

Am Montag, …war es wieder soweit: Eine Gruppe von 39 Maria-Ward-Gymnasiastinnen wartete gespannt und zum Teil auch nervös auf die Abfahrt des Busses nach Saint-Ismier bei Grenoble. Weder Terrorwarnungen noch der in Frankreich herrschende "état d’urgence" konnten uns davon abhalten, zum 6. Mal das 'Collège du Grésivaudan' zu besuchen, um im Rahmen des Schüleraustausches die dort entstandenen Freundschaften zu pflegen und neue Beziehungen zu knüpfen.

Wie jedes Jahr gilt unser Dank den organisierenden Lehrern in Saint-Ismier, vor allem Mme Helbig, der Deutschlehrerin, und Mme Poton, der Principale des Collège. Die Fahrt wurde von unserer Seite in altbewährter Weise von Herrn Koch organisiert und geleitet. Er schleuste uns souverän und überaus ortskundig durch die Wirren französischer Straßen und Autobahnen, wobei er oft besser Bescheid wusste als das Navi unseres Busfahrers. Darüber war vor allem ich heilfroh, denn für mich war es der erste Aufenthalt im Raum Grenoble.

Je näher wir unserem Ziel kamen, desto intensiver wurden die Lehrer mit Fragen v.a. nach dem französischen Begrüßungszeremoniell bombardiert (müssen die "bises" jetzt sein oder nicht und auf welcher Wange beginnt man?) und konnten auch noch letzte sprachliche Tipps geben, dann kamen wir müde von der langen Fahrt  in Saint-Ismier an und wurden herzlich von den bereits wartenden französischen Austauschpartnern und ihren Eltern empfangen. Sehr schnell waren alle Schülerinnen samt Gepäck in die wartenden Autos gepackt und ab ging es in die Gastfamilien.

 Am Dienstag stand nach einem kleinen Frühstück in der Schulkantine wie immer der Besuch des Collège mit Teilnahme am Unterricht und einer Führung durch die neu renovierte Schule auf dem Programm. Am Nachmittag wurde die Altstadt von Grenoble besichtigt und eine Fahrt mit den sogenannten 'Bulles', einer Seilbahn  auf die Bastille unternommen. Leider war der Himmel verhangen, so dass wir den normalerweise eindrucksvollen Blick auf die Stadt und die umliegenden Berge nur eingeschränkt genießen konnten.

Am dritten Tag unserer Reise brachen wir schon früh zur 'Grotte de Choranche' auf. Auch für eingefleischte oberfränkische Höhlenkenner  hat diese Höhle eindrucksvolle Tropfsteingebilde zu bieten. Die Fahrt dorthin führte uns durch die faszinierende Landschaft des 'Vercors'-Gebirges auf schmalen Bergstraßen, die um diese Jahreszeit glücklicherweise nur wenig befahren sind, so dass es nicht weiter problematisch war, als wir bei dem Versuch, eine Abkürzung für den Rückweg zu finden, mit unserem großen Bus steckenblieben und ca. einen Kilometer im Rückwärtsgang hinter uns bringen mussten. Unser Busfahrer bewältigte diese Aufgabe ruhig, souverän und im Schneckentempo. Was vermutlich kopfschüttelnde Franzosen dachten, die wir ab und an vorbei lassen mussten, bleibt unbekannt.

Nach dem Ausflug in die Bergwelt stand am Donnerstag der Besuch der Großstadt Lyon auf dem Programm. Nach zweistündiger Fahrt begaben wir uns zunächst in die Altstadt von Lyon und dann mit einer Bahn zur Basilika 'Notre-Dame de la Fourvière' hinauf, von wo man einen herrlichen Blick über die ganze Stadt hat, unter anderem auch auf das Seidenweber-Viertel 'La Croix-Rousse', das uns aus dem ersten Band unseres Französischbuchs bestens bekannt ist.  Mit zwei Stadtführerinnen gingen wir in zwei  Gruppen durch die Basilika, das römische Theater und über steile Treppen wieder hinunter in die Altstadt. Zum Abschluss zeigten sie uns die typischen Gänge, genannt 'traboules' , die durch die alten Gebäude führen und die engen Straßen der Altstadt miteinander verbinden. Danach war - endlich  - Zeit für eine ausgiebige Mittagspause und eine längere Shoppingtour durch den neueren Teil der Stadt. Mit gefüllten Taschen und leuchtenden Augen – Einkaufen macht einfach glücklich – traf sich die Gruppe auf der 'Place Bellecour' und wir machten uns auf den Heimweg nach Grenoble.

Historisches stand am letzten Tag unserer Reise an: Morgens besuchten wir das 'Musée de la Resistance' in Grenoble, um uns über die französische Widerstandsbewegung während des Zweiten Weltkriegs zu informieren, am Nachmittag fuhren wir ins nahegelegene Schloss von Vizille, wo man uns die Geschichte der Französischen Revolution näherbrachte. Dazwischen war noch einmal Zeit, die letzten Souvenirs und Mitbringsel in Grenoble zu erstehen, herumzubummeln und es sich gut gehen zu lassen.

Am Abend fand dann ein  von den französischen Eltern kulinarisch gestaltetes Abschiedsessen im 'Collège du Grésivaudan' statt, wo alle ausreichend Gelegenheit hatten, Erfahrungen auszutauschen oder sich für das bevorstehende Wochenende zu verabreden.

Die beiden Wochenendtage verbrachten die Schülerinnen in ihren Gastfamilien, die sich viel zur Unterhaltung der deutschen Mädchen hatten einfallen lassen: Man fuhr Ski, machte Schneeschuh-Touren, ein Rundflug fand statt, ebenso Fahrten zum Mont Blanc und nach Marseille.

Wie im Flug ist diese ereignisreiche Woche vergangen, die auch wir Lehrer sehr genossen haben,  und das vor allem, weil wir mit einer lustigen, aber zuverlässigen Truppe unterwegs waren. Niemals wurde gestritten oder gemeckert (jedenfalls haben wir nichts dergleichen bemerkt) und nachdem alle begriffen hatten, dass man frühstücken muss, um anstrengende Besichtigungstouren gut durchzustehen, war die Reise mit unseren Mädels ein Vergnügen.

Nun freuen wir uns alle sehr auf den Gegenbesuch der "corres" und der sie begleitenden Lehrerinnen Mme Helbig und Mme Golczynski, der Ende April stattfinden wird.


09.05.2016 | Helga Petz

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