P-Seminar "Römerspektakel"

„Ludus“ - doch mehr als nur Schule?

Das lateinische Substantiv „ludus“ wird, vor allem in unseren Schulbüchern, oft mit „Schule“ übersetzt. Aber ist das alles, was dieses Wort bedeuten kann? Bei weitem nicht! Denn genauso kann es die Bedeutungen „Spiel, Zeitvertreib“ und nicht zuletzt „Spaß“ haben. Kann Schule, und kann speziell Latein, also auch Spaß machen? Ja, sagen wir, das geht! Wir, das sind die 14 Schülerinnen des P-Seminars „Organisieren eines Römerspektakels“ und die drei sechsten Klassen, die wir als Gäste zu unserem „Römerspektakel“ eingeladen hatten. Nach der Planungsphase in der Q11, genauen Überlegungen und einem Konzeptentwurf, konnte es für unsere „kleinen“ Gäste Anfang Oktober losgehen: An zwei Nachmittagen wurden vier Räume unserer Schule zeitweise in eine kleine römische Welt verwandelt.

Zuerst stand diese Welt am 07.Oktober 2015 der 6aG offen und eine Woche später, am 14.Oktober,  für jeweils zwei Schulstunden der 6bG und der 6cG. Gut vorbereitet, ein bisschen aufgeregt und zum Teil mit selbstgenähten römischen Gewändern und aufwändigen Frisuren ausgestattet, erwarteten wir die Sechstklässler. Nach einer kurzen Begrüßung durften unsere Gäste den ersten Teil unseres „Spektakels“ erleben: In schon im Voraus aufgeteilten Gruppen war hier zunächst die kreative Seite gefordert. Egal, ob beim Herstellen römischen Damenschmucks, also von Ketten bzw. Armbändern, oder beim Basteln einer „Mühle“ aus selbsttrocknendem Ton: Die sechsten Klassen bewiesen großen Eifer und viel Geschick, und die Ergebnisse konnten sich mehr als sehen lassen. Als kleine Erinnerung durften die Schülerinnen ihre selbstgebastelten Objekte mit nach Hause nehmen. Nach so viel Einsatz durfte natürlich eine Stärkung nicht fehlen: Stolz ausgestattet mit den gebastelten Schmuckstücken, versammelte man sich also zum gemeinsamen Essen römischer Leckereien wie Linseneintopf, kleiner Brötchen und anschließendem Dessert (stilechter Apfel- bzw. Nusskuchen, verziert mit „römischen“ Datteln). Zu Ende war unsere Aktion aber noch lange nicht, konnte doch jetzt der zweite Teil des Nachmittags beginnen. In fünf Gruppen aufgeteilt durften unsere Sechstklässlerinnen verschiedene Workshops durchlaufen. So gab es nicht nur die Möglichkeit, in der Schreibwerkstatt nach römischer Art unter Anleitung zu schreiben, sondern auch römische Spiele konnten ausprobiert werden. Egal, ob man in der Gruppe gerade das „Delta-Spiel“ oder „Nuces Castellatae“ (Nusswerfen) spielte oder beigebracht bekam, wie die schon durchs Basteln bekannte römische „Mühle“ zu benutzen war – großen Spaß machte es in jedem Fall. Sogar die künstlerische  Seite der Schülerinnen war beim Legen eines römischen Mosaiks aus bunten Glasmosaiksteinen noch einmal gefragt. Auch hier ließen die Begeisterung und Konzentration, die nötig waren, um in Teamarbeit unser Schullogo „MW“ als Mosaik zu legen, noch lange nicht nach. So waren unsere Gäste - und auch wir - wohl eher traurig, als wir uns nach zwei Schulstunden wieder verabschieden mussten.

Dass „unser Römerspektakel zu kurz war“ war dann auch der größte Kritikpunkt, den wir durch eine Evaluation als Rückmeldung erhielten. Trotzdem hatte es sowohl uns Zwölftklässlerinnen als auch unseren Gästen viel Spaß gemacht und wir hoffen, dass wir so einen lustigen, lehrreichen und kurzweiligen Einblick in die römische Welt verschaffen konnten. Bedanken möchten wir uns hier besonders bei unserem P-Seminarleiter, Herrn Dolling, bei den Lehrern der sechsten Klassen, die bereitwillig auf ihren Unterricht verzichtet haben, und nicht zuletzt bei unseren Gästen für die schöne Zeit.

Katharina Nau, Q12