Schulleben

Großes Sommerkonzert der Maria-Ward-Schulen Bamberg 2018

„Der Himmel über Bamberg“ (Wim Wenders leicht adaptiert) war den Musikliebhabern hold. Die Regie führte diesmal eine ganze Schulfamilie. Die Rede ist vom großen Sommerkonzert der Maria-Ward-Schule 2018.

Es begann mit der Einstimmung durch die Jazzcombo (Leitung: Harald Hauck), die im Innenhof des Neubaus platziert war. Das Bunt der zahlreichen Besucher, die sich an diesem fast heißen Sommerabend locker verstreut niedergelassen hatten, stand dem nach dem Konzept eines Atriums angelegten Platz gut zu Gesicht. Zu diesem südländisch anmutenden Klima passten die feurigen Rhythmen und die dunkle Stimme der Sängerin hervorragend, und man wünschte sich fast, dass vom „Watermelon Man“ nicht nur gesungen würde…
Für das weitere Programm begab man sich nach innen in die Aula, wobei es sich bewährte, dass die Seitenverglasung zum Hof hin teilweise zu öffnen ist.
So konnte man beim malerischen Titel des Bondsongs („Skyfall“, dargeboten vom Schulorchester unter der Leitung von Heidi Schierling), dem Himmel weiterhin nahe sein und beobachten, wie er sich im Laufe des Abends in die Dämmerung senkte. Die Musiker vermochten recht sensibel mit ihren Instrumenten umzugehen und versetzten die geneigten Zuhörer in eine romantische Stimmung, als sie ein Lied des vor allem bei Mädchen momentan so beliebten Iren Ed Sheeran („Thinking out loud“) interpretierten.
Barbara Hauck, die Schulleiterin der Realschule, moderierte den Abend und nutzte dabei professionell die Umbaupausen, um einzelne Schülerinnen zur Chorfahrt zu interviewen oder Anekdoten zu den Musikstücken einzustreuen.
Das Duo Theresa Wolf (Klarinette) und Stella Bayer (Alt-Saxophon) aus der 10. Jahrgangsstufe spielte den „Fuel-injected Blues“ recht beschwingt und leichtfüßig.
Anschließend füllte sich die Bühne wieder - der Kammerchor (Leitung: Harald Setz) trat auf. Mit der gefühlvollen Ballade „Someone like you“ (erzählt wird die Geschichte einer Trennung) wurde klar, wie Musik Emotionen verarbeiten, aber auch auslösen kann.
Der nächste Part gehörte den ganz jungen Mitgliedern der Schulfamilie - der Streicherklasse (Leitung: Heidi Schirling) mit Schülerinnen der 6. Jahrgangsstufe des Gymnasiums. Hochkonzentriert erzielten die kleinen Mädels ganz groß mit dem „African Song“ ein unangestrengt wirkendes Ergebnis. Die Moderatorin erzählte bei dieser Gelegenheit, dass die Chorklasse der Realschule erst kürzlich in Nürnberg mit der bekannten und vor allem niveauvollen a Capella Band Viva Voce auftreten durfte!
Mit ein wenig Wehmut, weil das Ausscheiden der deutschen Fußball Nationalmannschaft „dazwischen kam“, aber nicht minder engagiert, präsentierte sich anschließend der Unterstufenchor (Leitung: Katrin Rebhan). Die Mädchen hatten den offiziellen Song der WM-Life-Übertragungen einstudiert und inszenierten diesen recht pfiffig auf unserer Bühne. „Zusammen ist man nicht allein“, - dieses Motto stellten sie durch die Choreographie dar, indem sie durchaus einzeln wahrgenommen werden konnten, aber dann auch wieder als Gruppe zu sehen waren. Mitreißend in Gesang und Bewegung interpretierten die jüngsten Sängerinnen als zweiten Beitrag ein Medley der Frauen-a-cappella-Band Bellas Finals aus dem Film „Pitch Perfect“.
Die nächste Einlage bestritt die Solistin am Saxophon (Alicia Popp, 10 b G) ganz auf sich gestellt. Die Zuhörer durften den exakt angeblasenen und dennoch weichen Tönen lauschen. Die Schülerin meisterte sowohl die langsamen Legati als auch die schnellen Läufe mit großen Tonsprüngen.
Die „Muppetshow“, interpretiert vom Bläserkreis (Leitung Harald Setz) entließ dann das Publikum mit Charlestonrhythmen erst mal gut gelaunt in die Pause, um in der gleichen munteren Formation danach wieder zusammenzukommen, diesmal mit einem flotten „Funny Swing“. Die Überraschungstupferl gaben der Darbietung zusätzlichen Pep, und der Spaß der „Mannschaft“ übertrug sich auf die gut gefüllte Aula.
Eine weitere Solistin, Melissa Utzmann aus der 10bG, zeigte anschließend mit ihrer Trompete, wie sehr sie einer unausgeschriebenen Improvisation gewachsen ist. Voraussetzung hierfür ist, dass man mit dem „Partner“ musikalisch harmoniert (in diesem Fall Harald Hauck am Klavier) und sich situativ auf den anderen einstellen kann. Melissa ist auch Stimmführerin der Jazzcombo.
„Only you“, mit sichtlicher Freude gesungen vom personell mit Lehrern aufgestockten Kammerchor, ließ vielleicht bei dem einen oder anderen den Gedanken an einen geliebten Menschen aufkommen, dem man wieder mal zeigen sollte, wie sehr er einem wert ist. Ein weiterer Song („Fly me to the moon“), war wie ein Gruß an den Astronauten Alexander Gerst, und Barbara Hauck wies zudem auf die bevorstehende Mondfinsternis hin. Das Zusammenwirken von Schülern und Lehrern (wie immer wieder an diesem Abend) ergab einen kraftvollen Gesamtklang. Sie sangen von der Liebe, und was ist als Medium geeigneter als die Musik, um dieses Gefühl zum Ausdruck zu bringen.
Die letzte Solistin des Abends (Sabrina Amend) hatte sich mit ihrer Geige an den südamerikanischen Komponisten Piazzolla gewagt. Für einen Europäer ist es eine große Aufgabe, dessen Mentalität angemessen wiederzugeben. Ein ehrgeiziges Projekt, aber die Schülerin belegt das sog. Additum Musik, was bedeutet, sie kann ihre praktische Note mit 50 % in das Abitur einbringen.
Der Bogen des Abends schloss sich mit einem weiteren Auftritt des Schulorchesters. Wer aber gedacht hat, er kann mit den ruhigen Melodien des Abba Medleys im Ohr nachhause gehen, hatte sich getäuscht.
Die Musiker hatten noch eine Überraschung für die Kollegin Heidi Schirling, die nun ihren Ruhestand antritt, vorbereitet. Die Bühne füllte sich nochmal, und alle Teilnehmer sangen und spielten nach der Melodie von „Thank you for the music“. Der Text war individuell auf die Lehrerin, die 37 Jahre lang ca. 4000 Schüler an die Musik herangeführt hatte, abgestimmt. Er erzählte von ihrem breiten Wirken im Chor, im Orchester, in der Streicherklasse, bei Musicalfahrten, im Additum und im Abitur, und vielem mehr.
Dann war aber wirklich Schluss, und alle gingen mit einem Leuchten in den Augen, berührt in der Seele, in den immer noch warmen Sommerabend. Danke allen Mitwirkenden, und derer gab es sehr, sehr viele!

26.07.2018 | Birgit Abraham

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