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Maria-Ward-Schülerinnen gestalteten würdige Gedenkfeier für Hans Wölfel am Ehrenfriedhof

Erinnerungskultur:
Maria-Ward-Schülerinnen gestalteten würdige Gedenkfeier für Hans Wölfel am Ehrenfriedhof: Distel, Rosen und Lilien sprechen lassen

Maria-Ward-Schülerinnen richteten auf Einladung des Fördervereins zur Pflege des Erinnerns an Hans Wölfel am Ehrenfriedhof der Stadt Bamberg eine würdige Gedenkfeier aus für den Bamberger Hans Wölfel aus. Wegen seines Widerstands gegen die Unrechtsdiktatur der Nazis war er am 3. Juli 1944, vor genau 75 Jahren, im Gefängnis Brandenburg-Görden hingerichtet worden. Nach einer ergreifenden Gedenkansprache von Realschuldirektorin Barbara Hauck legten die vier SMV-Schülerinnen  Edamur Söylemez und Marie Renner vom Gymnasium sowie Fabienne Teko-Ahatefou und Lena Finzel von der Realschule  Disteln, Rosen und Lilien am Ehrengrab nieder und sprachen dazu Texte, in denen sie die Farb- und Blumensymbolik erklärten und auf den Charakter Hans Wölfel bezogen. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Herrn Setz auf dem Saxophon und Melissa Utzmann auf der Trompete.

Heuer Maria-Ward-Schule an der Reihe

„Es ist wichtig, dass Jugendliche die Zeit des Nationalsozialismus nicht nur im Unterricht besprechen und Erinnerungsstätten für die Opfer des NS besuchen. Sie müssen auch die mit solchen Orten verbundenen Schicksale kennenlernen, um daraus Schlüsse für ihr eigenes Leben ziehen zu können“, erklärte Realschuldirektorin Frau Hauck in ihrer Rede am Ehrengrab für Hans Wölfel. Deshalb sei die Maria-Ward-Schule gerne bereit gewesen, heuer die Gedenkfeier zu gestalten. 

Wer war Hans Wölfel?

Hans Wölfel war eine wichtige Person des Bamberger Widerstands und eine vorbildliche Persönlichkeit. Schon als Schüler, er legte 1922 am Alten Gymnasium in Bamberg das Abitur ab, hatte er sich im christlichen Jugendverband engagiert und als Student der Rechtswissenschaften den Katholischen Akademikerbund Würzburg mitgegründet. Sein starker christlicher Glaube gab ihm die Kraft, als niedergelassener Rechtsanwalt in Bamberg unerschrocken gegen das Unrecht im Nazi-Staat aufzutreten. Er verteidigte Hunderte von Angeklagten gegen nationalsozialistische Angriffe, obwohl er sich selbst damit in Gefahr brachte, und nutzte hohe Ehrenämter, um in Vorträgen und Veranstaltungen die Unvereinbarkeit von christlichem Glauben und Gedankengut des Nationalsozialismus darzustellen. 

Nach einer kritischen Bemerkung im privaten Kreis über die politische und militärische Lage Deutschlands und über Adolf Hitler als größten Wortverdreher aller Zeiten wurde er im Sommer 1943 denunziert. Während seiner Verhaftung und der Verhöre blieb Hans Wölfel seiner Einstellung treu, dass er aufgrund seiner christlichen Einstellung bestimmten Lehren des Nationalsozialismus nicht zustimmen könne. Hans Wölfel wurde vom Volksgerichtshof wegen Wehrkraftzersetzung angeklagt und zum Tode verurteilt. Kurz bevor er durch ein Fallbeil enthauptet wurde, schrieb er: „ Ich verzeihe allen Menschen um der Liebe Christi willen.“

Lehren für heute ziehen

Was hat dieser Lebenslauf mit uns heute zu tun? Wie Frau Hauck erklärte, zeigt die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit, wohin Hass und Diskriminierung führen können, wenn demokratische und rechtsstaatliche Prinzipien verloren gehen. Daraus kann jeder Schlüsse für sein eigenes Leben ziehen.

Domkapitular Förch, erster Vorsitzender des Förderkreises zur Pflege des Erinnerns an Hans Wölfel, dankte den Schülerinnen herzlich für die Gestaltung der Gedenkfeier. Er entließ die Gäste mit den Worten: „Ich hoffe, dass auch wir dem Gewissen folgen, denn auch wir können unterscheiden zwischen gut und böse.“


08.07.2019 | Eva Lederer

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