Schulleben

Ein Jude aus Israel zu Besuch in Bamberg

Für gläubige Juden ist der siebte Tag jeder Woche einer, an dem nicht gearbeitet wird, ein Tag der Freude und des Feierns.

Das kennen wir aus dem Christentum auch. Christen gehen am Sonntag in die Kirche und Juden ebenso. Doch Halt! Juden gehen nicht in die Kirche, sondern in die Synagoge. Die jüdische Woche endet mit dem Sabbat am siebten Tag, am Freitagabend, nicht am Sonntag. An diesem Tag beginnt aber die christliche Woche. All das und noch vieles mehr wurde am Mittwoch, den 14. März 2018 der 6. Jahrgangsstufe von Herrn Rosen erklärt.
Dieser ist nämlich ein in Deutschland geborener Jude, der vor dreißig Jahren nach Israel ausgewandert ist und an verschiedenen Bamberger Schulen über seine Religion referiert hat. Er erklärte auch unseren Sechstklässlerinnen, was es heißt, Sabbat zu feiern, Jude zu sein und den jüdischen Glauben zu praktizieren.
Er räumte auf mit alten Vorurteilen und Klischees und zeigte sowohl die moderne als auch traditionelle Lebensweise gläubiger Juden in Israel. Begriffe wie Menora, Teffilin, Kippa und Tora, von denen die Schülerinnen zuvor nur aus dem Religionsunterricht gehört hatten, wurden nicht nur erklärt, sondern durften auch genauer unter die Lupe genommen und angefasst werden.
Dass Herr Rosen ganz große Neugier bei den Schülerinnen geweckt hatte, war nicht nur daran zu sehen, dass die Mädchen ganz laut beim Sabbatlied mitsangen, sondern auch, dass sie eine Fülle von Fragen stellen wollten und stellen durften, die geduldig beantwortet wurden.
Einige Schülerinnen blieben auch noch nach diesen zwei Schulstunden in der Aula und begutachteten noch den ein oder anderen Kultgegenstand. Am meisten dürften sich die jungen Sechstklässlerinnen wohl über die Kippa gefreut haben, die Herr Rosen ihnen extra aus Israel als Geschenk mitgebracht hatte.
So bleibt dieser Vormittag den Schülerinnen anschaulich und bunt im Gedächtnis und bis zu einem baldigen Wiedersehen mit dem Judentum und seinen Gläubigen wünschen wir uns allen – ganz in hebräischer Manier – ein „Le hitraot, Schalom“, was so viel heißt wie „Bis wir uns wiedersehen, sei Friede mit euch“.

25.03.2018 | Christina Couderc und Tobias Winter

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